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17.05.2012

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Irans militärische Stärke: Große Worte, bescheidene Waffen
Irans militärische Stärke

Große Worte, bescheidene Waffen

Veraltet, schrottreif, Marke Eigenbau: Die Ausrüstung des iranischen Militärs ist für viele andere Staaten wenig bedrohlich. Allein das Raketenprogramm könnte gefährlich werden - wie weit es aber ist, bleibt unklar. Das alles hält die Führung aber nicht von einer martialischen Rhetorik ab.

Von Reinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

Iranische Soldaten bei den Feiern zum Revolutionstag (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Iranische Soldaten bei den Feiern zum Revolutionstag: Die Ausrüstung des Militärs ist bescheiden. ]
Die militärischen Möglichkeiten Irans sind gemessen an internationalem Standard bescheiden. Eine der schärfsten Waffen Teherans ist das Wort - vor allem vom Obersten Religiösen Führer Ali Chamenei: "Dieses Volk wird jede Aggression oder Drohung entschlossen und mit absoluter Macht zurückschlagen. Wer uns droht, dem wird gedroht", droht er.

Der Iran verfügt über rund 300 Kampfflugzeuge, die aber zum größten Teil über 30 Jahre alt sind und aufgrund geltender Sanktionen nicht modernisiert werden konnten.

Audio: Zahnloser Tiger - Irans militärische Mittel

AudioReinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Istanbul 03.02.2012 14:03 | 3'24
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Zudem hat der Iran etwa 1600 Panzer, ein Drittel davon sind alte T54, ein Drittel veraltete T72, dazu gibt es noch britische Chieftain und knapp 100 Panzer Marke Eigenbau. Die iranische Marine wiederum verfügt über zwei Zerstörer und fünf Fregatten, einen Minenleger und eine unbekannte Anzahl an wendigen, kleinen Schnellbooten sowie kleineren U-Booten.

"Wir haben gute Raketen"

Die effektivsten Waffen Irans dürften aber landgestützte Raketen sein. "Wir haben gute Raketen, mit ausreichender Reichweite, mit guter Ziel- und Treffsicherheit", betont Habibula Sajari, der oberste Kommandeur der iranischen Marine, "die Zerstörungskraft unserer Raketen ist groß genug, dass wir jedes Ziel zu jeder Zeit schlagen können, falls das notwendig wird."

Wie gut und leistungsfähig Irans Raketen wirklich sind, ist umstritten. Iranische Medien melden heute, der Iran habe einen kleinen Satelliten in den Orbit geschossen. Mit derlei Trägersystemen, warnen westliche Militärexperten, könne der Iran mögliche Nu­klear­waffen über große Entfernungen schießen - vorher müssen sie allerdings erst einmal entwickelt werden. Der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, General Aviv Kochavi, ließ gestern wissen, der Iran verfüge bereits über genug waffenfähiges Uran zum Bau von vier Bomben. In einem Jahr habe Teheran die Sprengköpfe.

Dichtung oder Wahrheit? Unabhängige Quellen gibt es dazu nicht. Der Iran hat die meisten seiner Raketen selbst entwickelt. Sie könnten sich als effektivste Waffe zur Sperrung der Straße von Hormus eignen. Gepaart mit Unsicherheit und Angst vor möglichem Beschuss könnten Tankerkapitäne kurzfristig auf die Durchfahrt der Wasserstraße verzichten. Eines stellt Marinechef Sajari klar: "Die Meerenge gehört uns. Die Sicherheit dort ist unter unserer Kontrolle, die Meer­enge ist unter unserer Kontrolle."

Die internationale Übermacht im Golf ist gewaltig

Iranisches Seemanöver im Persischen Golf (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ein iranisches Seemanöver im Persischen Golf sorgte im Dezember für Unruhe. ]
Das sind große Worte - denen inzwischen eine immer weiter wachsende Armada amerikanischer, britischer und französischer Schiffe mit gewaltiger Feuerkraft gegenübersteht. Die USA werden in Kürze drei Flugzeugträger samt Begleitflotten in der Region haben.

Der Iran hat nicht die militärischen Mittel, die Straße von Hormus dauerhaft zu sperren. Teheran setzt mit Raketen, Minen und Drohungen auf Abschreckung. "Die Antwort der iranischen Nation auf jede Aggression oder Invasion, selbst auf jede Drohung wird schwerwiegend sein. Sie wird sie von innen zerstören und vernichten", sagt der Geistliche Führer Chamenei.

Damit könnten gegebenenfalls Terroranschläge in Amerika, Europa, Israel und andernorts gemeint sein. Ob der Iran genug Mittel zu einem so genannten "asymmetrischen" Krieg hat und sie auch nutzen würde, ist nicht ausgemacht.

Stand: 03.02.2012 13:00 Uhr
 

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