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2011 wurden sie Vizeweltmeister, die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in London haben sie in der Tasche, doch im eigenen Land blicken die US-Profifußballerinnen in eine düstere Zukunft. Die kommende Saison wurde abgesagt, Zuschauer gibt es ohnehin kaum - die Liga steht vor dem Aus.
Von Rüdiger Paulert, WDR-Hörfunkstudio Washington
Großer Jubel nach dem 4:0 durch die 23-jährige Alex Morgan: Beim Spiel gegen Kanada Anfang der Woche sicherten sich die amerikanischen Frauen die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in London.
Doch wie es für Alex Morgan in den USA weitergeht, steht in den Sternen. Unter Vertrag ist sie bei den Western New York Flash, einem der fünf noch übriggebliebenen Profiteams für Frauen in den USA. Die sechste Mannschaft wurde ausgeschlossen, weil ihr Eigner Dan Borislow die Heimat des Teams nicht nur von Washington nach Süd-Florida verlegte, sondern der Mannschaft auch noch eine neuen Namen verpasste. MagicJack, so wollte er sein Team nennen, als Werbung für seinen gleichnamigen Billigtelefondienst. Die Dachorganisation für den US-Profifrauenfußball, Womens' Professional Soccer (WPS), untersagte das.
Nun müssen die Gerichte entscheiden. Da dies viel Geld kostet, hat der Frauenfußballverband der USA kurzerhand die kommende Saison abgesagt. Zu einem äußert ungünstigen Zeitpunkt, bedauert die Chefin des Verbandes, Jennifer O'Sullivan: "Nach der Weltmeisterschaft wuchs der Bekanntheitsgrad der Liga und es gab auch wachsendes Interesse am Fußball an sich. Und jetzt im Olympiajahr wollten wir auf diesem Interesse aufbauen."
Das wirkliche Problem des Frauenprofifußballs in den USA blendet die Verbandschefin allerdings aus: das Desinteresse der Zuschauer. Selbst bei der Fußballweltmeisterschaft der Frauen im letzten Jahr schaltete in den USA kaum jemand den Fernseher ein. Dabei schnitt der dreifache Olympiasieger und Doppelweltmeister auch in Deutschland mit dem Vizetitel gut ab.
[Bildunterschrift: Triumph bei der WM 2011, doch wie es für Alex Morgan in den USA weitergeht, steht in den Sternen. ]
Trotzdem gingen davon keine Impulse für die amerikanische Liga aus. Zu ihren Spielen kamen in der letzten Saison im Durchschnitt nur 3500 Zuschauer. Damit fehlen die Einnahmen im Stadion, und die Fernsehwerbung bringt auch nichts ein, obwohl in den Vereinigten Staaten mittlerweile Millionen Menschen selber Fußball spielen, darunter auch viele Mädchen und junge Frauen. Aufgrund mangelnder Einnahmen könnte die Liga nach 2003 nun schon zum zweiten Mal scheitern.
"Das ist eigentlich das Traurigste. Gerade jetzt nach dem tollen Fußballsommer haben wir endlich das Potenzial der Liga sehen können", bedauert Julie Foudy, die fast 300 Mal im US-Team gespielt hat. Sie fürchtet, dass sich die amerikanischen Topspielerinnen ohne eine Profiliga spätestens nach ihrem Studium wieder vom Fußball zurückziehen: "Die fallen durch alle Raster, müssen ihr Leben fortsetzen, arbeiten und Karriere machen."
Ein bisschen neidisch blickt Julie Foudy auf ihre männlichen Profikollegen. Diese benötigten in den USA allerdings Jahrzehnte, bis sie endlich richtig Fuß gefasst hatten. Vielleicht geht das bei den Frauen eben auch nicht schneller, so ihre Hoffnung: "Ich bin immer optimistisch, manche nennen mich gar hoffnungslos optimistisch, weil ich noch immer den Rahmen sehe, in dem der Frauenfußball in diesem Land überleben kann."
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